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Textil

Textilveredelung: Stickerei oder Druck?

Stickerei wirkt hochwertig, hält praktisch ewig und eignet sich für kompakte Logos auf der Brust. Druckverfahren können feine Details und Farbverläufe und sind bei großen Motiven im Vorteil. Die Wahl hängt von Motiv, Textil und Stückzahl ab.

Von Deniz Dikme, Inhaber DQuadrat Werbetechnik Göppingen. Veröffentlicht am 22. Juli 2026, Stand 23. Juli 2026, Lesezeit 4 Minuten.

Die Verfahren

Stickerei

Das Logo wird in Stichdaten umgewandelt, ein sogenanntes Punchen, und dann mit Garn in das Textil gestickt. Da das Motiv aus Garn besteht und nicht aufliegt, überlebt es praktisch jede Wäsche. Die Grenze liegt bei feinen Details: Sehr dünne Linien und kleine Schrift lassen sich nicht sauber sticken, unter etwa 5 Millimeter Schrifthöhe wird es kritisch. Farbverläufe sind nicht möglich, jede Farbe ist ein eigener Garnfaden.

Transferdruck

Das Motiv wird auf ein Transfermedium gedruckt und mit Hitze und Druck auf das Textil übertragen. Vollfarbig, auch Fotos und Verläufe. Gut geeignet für große Motive auf dem Rücken und für kleine Stückzahlen, weil keine Siebe erstellt werden müssen.

Siebdruck

Farbe wird durch ein Sieb auf das Textil gedruckt, pro Farbe ein Sieb. Die Sieberstellung verursacht Grundkosten, danach wird jedes weitere Stück sehr günstig. Ab etwa 30 bis 50 Stück mit wenigen Farben das wirtschaftlichste Verfahren mit sehr guter Haltbarkeit.

Flexdruck und Flockdruck

Einfarbige Folie wird geschnitten und aufgepresst. Ideal für Namen, Rückennummern und einfarbige Schriftzüge, auch bei Einzelstücken. Flock hat eine samtige Oberfläche, Flex ist glatt.

Vergleich

VerfahrenHaltbarkeitFarbenAb StückzahlIdeal für
Stickereisehr hochbegrenzt, keine Verläufeab 1Brustlogo, Polo, Jacke
Transferdruckgutvollfarbigab 1große Motive, Fotos
Siebdrucksehr hochje Farbe ein Siebab etwa 30größere Serien
Flexdruckhocheinfarbig je Lageab 1Namen, Nummern, Schrift
Faustregel Kompaktes Logo auf der Brust: sticken. Großes Motiv auf dem Rücken: drucken. Einzelne Namen: Flex. Größere Serie mit zwei Farben: Siebdruck.

Das Textil bestimmt mit

Nicht jedes Verfahren passt zu jedem Material. Auf Softshell und wasserabweisenden Jacken funktioniert Stickerei zuverlässig, während Transfer je nach Beschichtung Probleme machen kann. Bei Funktionstextilien mit hohem Polyesteranteil kann Farbe aus dem Gewebe in den Druck migrieren, was helle Motive vergilben lässt, dafür gibt es spezielle Blocker. Warnschutzkleidung nach EN ISO 20471 darf nur in bestimmten Bereichen und Größen veredelt werden, weil sonst die Zertifizierung erlischt.

Was wir für die Produktion brauchen

  • Logo als Vektordatei (SVG, EPS, AI, PDF). Bei Stickerei erstellen wir daraus die Stichdaten.
  • Gewünschte Platzierung. Brust links, Rücken, Ärmel, Kragen.
  • Größe des Motivs in Zentimetern.
  • Textilart und Größenliste. Wer bekommt welche Größe.

Die Stichdaten werden einmalig erstellt und bleiben gespeichert. Nachbestellungen sind dadurch schneller und günstiger.

Warum einheitliche Kleidung wirkt

Ein Team in einheitlicher Kleidung mit Logo wird als Betrieb wahrgenommen, nicht als Ansammlung von Einzelpersonen. Bei Kunden im Haus ist das ein Vertrauensfaktor: Wer im Firmenshirt vor der Tür steht, ist erkennbar zugehörig. Auf Baustellen und Messen erleichtert es die Zuordnung. Und jedes Kleidungsstück arbeitet auch außerhalb der Arbeitszeit als Werbeträger.

Häufige Fragen

Hält Stickerei länger als Druck?
In der Regel ja. Gestickte Motive bestehen aus Garn im Gewebe und überstehen sehr viele Wäschen. Guter Siebdruck kommt nah heran, Transferdruck ist etwas empfindlicher, besonders bei hohen Waschtemperaturen und Trockner.
Kann ich einzelne Stücke veredeln lassen?
Ja. Stickerei, Flex- und Transferdruck funktionieren ab einem Stück. Nur Siebdruck lohnt erst ab größeren Mengen wegen der Sieberstellung.
Kann ich eigene Textilien bringen?
Grundsätzlich ja, allerdings ohne Gewährleistung auf das Textil selbst. Bei unbekannter Materialzusammensetzung können wir das Verhalten unter Hitze nicht garantieren. Bei mitgebrachter Ware empfehlen wir einen Test an einem Stück.
Wie wasche ich veredelte Kleidung?
Auf links waschen, Waschtemperatur nach Pflegeetikett, kein Weichspüler auf dem Motiv, nicht direkt auf dem Druck bügeln. Bei Stickerei ist der Trockner unkritisch, bei Transferdruck besser vermeiden.

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Über den Autor

Deniz Dikme ist Inhaber und Gründer von DQuadrat Werbetechnik in der Daimlerstraße 15A in Göppingen. Er gründete das Unternehmen im Dezember 2012 als Designagentur und baute es ab 2016 zum Werbetechnik-Fachbetrieb aus. Über 13 Jahre Erfahrung, über 300 realisierte Projekte. Entwurf, Produktion und Montage verantwortet er persönlich.

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