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Fahrzeugfolierung

Cast oder kalandriert: welche Folie für welchen Zweck

Gegossene Cast-Folie ist rund 50 Mikrometer dünn, praktisch spannungsfrei und behält ihre Form. Kalandrierte Folie ist mit 80 bis 100 Mikrometern dicker, günstiger und behält eine innere Spannung, die sie langfristig schrumpfen lässt. Der Unterschied entsteht bereits bei der Herstellung.

Von Deniz Dikme, Inhaber DQuadrat Werbetechnik Göppingen · Stand 22. Juli 2026 · Lesezeit 5 Minuten

Der Unterschied liegt in der Herstellung

Beide Folien bestehen aus Weich-PVC, werden aber grundlegend anders produziert. Das erklärt sämtliche Eigenschaftsunterschiede.

Gegossene Folie, englisch cast

Eine flüssige Mischung aus PVC, Weichmachern und Pigmenten wird auf ein Trägerpapier gegossen und trocknet dort aus. Die Moleküle ordnen sich dabei spannungsfrei an, weil das Material zu keinem Zeitpunkt gezogen oder gepresst wird. Das Ergebnis ist eine sehr dünne, extrem formstabile Folie ohne Rückstellkraft.

Kalandrierte Folie

Eine teigartige PVC-Masse wird zwischen beheizten Walzen, dem Kalander, auf die gewünschte Stärke ausgewalzt. Dabei wird das Material gedehnt, die Molekülketten richten sich in Walzrichtung aus. Diese Spannung bleibt im Material und wirkt wie ein gespanntes Gummiband: Bei Wärme will die Folie in ihre Ausgangsform zurück und zieht sich zusammen.

Warum das praktisch wichtig ist Genau diese Rückstellkraft lässt kalandrierte Folie an Sicken und in Vertiefungen nach Monaten hochkommen. An ebenen Flächen passiert nichts, weil die Folie dort nicht verformt wurde.

Direktvergleich

EigenschaftCast, gegossenKalandriert
Herstellungflüssig gegossenzwischen Walzen ausgewalzt
Stärkeca. 50 µmca. 80 bis 100 µm
Innere Spannungpraktisch keinevorhanden
Verformbarkeitsehr hochbegrenzt
Schrumpfneigungminimaldeutlich
Anpassung an Sickenproblemloskritisch
Typische Standzeitlangmittel
Rückstandsfrei lösbarja, bei intaktem Lackeingeschränkt
Preishöhergünstiger

Wann welche Folie

Cast ist die richtige Wahl bei

Kalandriert genügt bei

Der häufigste teure Fehler

Kalandrierte Folie auf einer stark gewölbten Fläche sieht direkt nach der Montage tadellos aus. Nach einigen Monaten mit Sonneneinstrahlung und Temperaturwechseln zieht sich das Material zusammen. In Sicken löst sich die Folie, an den Rändern entstehen Spälte, in die Schmutz und Feuchtigkeit kriechen. Die vermeintliche Ersparnis wird zur Nacharbeit.

Deshalb klären wir vor jeder Kalkulation, welche Geometrie vorliegt und wie lange die Beschriftung halten soll. Beides zusammen bestimmt die Folienwahl, nicht der Preis allein.

Häufige Fragen

Was bedeutet Mikrometer bei Folie?
Ein Mikrometer, abgekürzt µm, ist ein Tausendstel Millimeter. Cast-Folie mit 50 µm ist also 0,05 Millimeter dick, etwa halb so dick wie ein Blatt Papier. Die geringere Stärke ist bei Cast ein Vorteil, weil sich dünnes Material besser an Konturen anlegt.
Kann ich am Aussehen erkennen, welche Folie verbaut ist?
Direkt nach der Montage kaum. Der Unterschied zeigt sich nach Monaten: Löst sich Folie in Sicken oder an Kanten, war meist kalandriertes Material an einer Stelle verbaut, an die es nicht gehörte.
Ist teurere Folie automatisch besser?
Nicht für jeden Zweck. Auf einer ebenen Schilderfläche bringt Cast-Folie keinen messbaren Vorteil. Die richtige Folie ist die, die zur Geometrie und zur gewünschten Standzeit passt.
Welche Hersteller verarbeitet DQuadrat?
Wir arbeiten mit Markenfolien etablierter Hersteller. Welche Serie konkret zum Einsatz kommt, entscheiden wir nach Anwendung und stimmen es mit Ihnen ab.

Unsicher, welche Folie passt?

Schicken Sie ein Foto Ihres Fahrzeugs. Wir sagen Ihnen, welche Folie sinnvoll ist und warum.